Das Riesenbecker Platt

nachträgliche Veränderung oder Ergänzung vorhandener Phrasen und neu erfasste Phrasen

Schreibweise Wibbelt – ähnlich

Schreibweise phonetisch

Kleine Phraseologie des Riesenbecker Platt – und einiges mehr

“Vör hunnert Jaohrn hadde de all lange üöwern Pueken kiëken.” – “Vor hundert Jahren hätte die schon lange über den Hauklotz geguckt (= wäre die schon längst geköpft worden).” (Aussage anlässlich der Scheidung von Lady Di)

“F´ô: hunné:t Jøhrn haddé de all lángé ´ü~´ôwé:n Pú~ékén kí~ékén.” – “Vor hundert Jahren hätte die schon lange über den Hauklotz geguckt (= wäre die schon längst geköpft worden).” (Aussage anlässlich der Scheidung von Lady Di)

Biäter schlecht föehrn äs guet laupen. – Besser schlecht fahren als gut laufen.

Bí~´äté: schlécht f´ö~éhrn äßß chú~ét laupén. – Besser schlecht fahren als gut laufen.

Dao mott man Tiet un Ruhe to häbben. – Dafür muss man Zeit und Ruhe haben.

Dø møtt mán Tiet ún Ruhé to häbbén. – Dafür muss man Zeit und Ruhe haben.

Dat is nich mähr äs recht un billig. – Das ist nicht mehr als recht und billig (= gerecht).

Datt ißß ních mäh: äßß récht ún billích. – Das ist nicht mehr als recht und billig (= gerecht).

Dat Nieëste, dat is dat Beste oft noog nich. – Das Neueste, das ist das Beste oft genug nicht (= das Alte war oft besser).

Datt Nie~éßté, datt ißß datt Béßté ´øft nooch nich. – Das Neueste, das ist das Beste oft genug nicht (= das Alte war oft besser).

Dat weet ick (“weedick”) auk nich. – Das weiß ich (auch) nicht.

Dát weet ick (“weedick”) auk ních. – Das weiß ich (auch) nicht.

De häff auk ‘ne Frau, well mit ‘t Geld guet feddig wätt. – Der hat auch eine Frau, die mit dem Geld gut fertig wird (= die das Geld mit vollen Händen ausgibt).

De häff auk ‘né Frau, well mít ‘t Chéld chú~ét feddích wätt. – Der hat auch eine Frau, die mit dem Geld gut fertig wird (= die das Geld mit vollen Händen ausgibt).

De is immer iärst dann guet tefriäde, wenn ‘e dat Geld unner ‘t Volk bracht häff. – Der ist immer erst dann gut zufrieden, wenn er das Geld unters Volk gebracht hat (= wenn er das Geld ausgegeben hat, meist wenig sinnvoll).

De ißß immé: í~´ä:ßt dann chú~ét téfrí~´ädé, wenn ‘é datt Chéld unné: ‘t V´ølk brácht häff. – Der ist immer erst dann gut zufrieden, wenn er das Geld unters Volk gebracht hat (= wenn er das Geld ausgegeben hat, meist wenig sinnvoll).

De sind alle all lange debie wegg. – Die sind alle schon lage dabei weg, die sind alle schon lange tot.

De ßínd allé all lángé débie wéch. – Die sind alle schon lage dabei weg, die sind alle schon lange tot.

Genau mott ‘t wärn – ungenau wätt ‘t vön halleene. – Genau muss es werden – ungenau wird es von alleine (Aufforderung zu genauer Arbeit).

Chénau møtt ‘t wä:n – únchénau wätt ‘t f´ôn halleené. – Genau muss es werden – ungenau wird es von alleine (Aufforderung zu genauer Arbeit).

Half besuopen is weggschmiëten Geld. – (Nur) halb betrunken ist rausgeworfenes Geld.

Hálf béßú~´øpén ißß wéchschmí~étén Chéld. – (Nur) halb betrunken ist rausgeworfenes Geld.

Heien moss du, wenn ‘t Wiär guet is – un nich, wenn dat Gräss lang is. – Heuen musst du, wenn das Wetter gut ist – und nicht, wenn das Gras lang ist (= man muss sich an die Gegebenheiten anpassen).

Hei~én møßß du, wenn ‘t Wí~´ä: chú~étt ißß – unn ních, wenn datt Chräßß láng ißß. – Heuen musst du, wenn das Wetter gut ist – und nicht, wenn das Gras lang ist (= man muss sich an die Gegebenheiten anpassen).

Heien mott man, wenn ‘t Wiär is. – Heuen muss man, wenn das Wetter (danach) ist.

Hei~én møtt mán, wenn ‘t Wí~´ä: ißß. – Heuen muss man, wenn das Wetter (danach) ist.

Heien un frieen, dat döss ‘e manchet Maol ümsüss. – Heuen und freien, das tust du manches Mal vergebens.

Hei~én unn frie~én, datt dôßß ‘é mánchét Møl ümmßüßß. – Heuen und freien, das tust du manches Mal vergebens.

Ick häff kinn Auto un nicks men. – Ich habe kein Auto (und nichts) mehr. [Anm.: ‘und nichts’ verstärkt die Aussage]

Ick häff kinn Auto ún nickß mén. – Ich habe kein Auto (und nichts) mehr. [Anm.: ‘und nichts’ verstärkt die Aussage]

Ick will ju ja nich ansticken, ick haol Afstand. – Ich will euch ja nicht anstecken (mit Corona), ich halte Abstand.

Ick will ju já ních ánstickén, ick haol Affstánd. – Ich will euch ja nicht anstecken (mit Corona), ich halte Abstand.

kinn nicks un kinn gar nicks – überhaupt nichts

kinn nickß ún kinn cha: nickß – überhaupt nichts

kinne Luft in ‘e Piepe häbben – keine Luft in der Pfeife haben (= zeugungsfähig sein)

kinné Lúft ín ‘é Piepé häbbén – keine Luft in der Pfeife haben (= zeugungsfähig sein)

sick ‘n witt Pötken maken – (“”sich ein weißes Pfötchen machen””) sich anbiedern, sich einschmeicheln

ßíck ‘n witt Pötkén makén – (sich ein weißes Pfötchen machen) sich anbiedern, sich einschmeicheln

Wao tweeë satt wärd’, dao wärd’ auk dreië satt. – Wo zwei satt werden, da werden auch drei satt.

Wø twee~é ßatt wä:d’, dø wä:d’ auk drei~é ßatt. – Wo zwei satt werden, da werden auch drei satt.