Das Riesenbecker Platt

nachträgliche Veränderung oder Ergänzung vorhandener Wörter und neu erfasste Wörter

Vokabular

Schreibweise Wibbelt – ähnlich

Schreibweise phonetisch

`et   das (unbetont)  [De häff ‘et gröttste Huus.  – Der hat das größte Haus.] (auch: ‘at)

`ét das (unbetont) [De häff `ét chrôttßté Huuß. Der hat das größte Haus.] (auch: ‘át)

afiäten [sick an wat -] [att sick an wat af, häff ßick an wat afgiäten] sich an etwas abessen [In de Prumentiet, dao gaff et immer un ewig Prumen – schier Prumen, Prumensuppe, Prumenpudding, Prumenkoken. Wi hadden us wenne an de Prumen afgiäten, wi konn’ se nich men seihn. – In der Pflaumenzeit, da gab es immer und ewig Pflaumen – schier Pflaumen, Pflaumensuppe, Pflaumenpudding, Pflaumenkuchen. Wir hatten uns bald an den Pflaumen abgegessen, wir konnten sie nicht mehr sehen.]

affí~´ätén [ßick án wát -] [att ßick án wát aff, häff ßick án wát affchí~´ätén] sich an etwas abessen [Ín de Pruméntiet, dø chaff ett immé: ún ewích Prumén – schie~é: Prumén, Pruménßuppé, Pruménpudding, Pruménkokén. Wi haddén uss wenné én de Prumén affchí~´äten, wi konn’ ßé ních mén ßeihn. – In der Pflaumenzeit, da gab es immer und ewig Pflaumen – schier Pflaumen, Pflaumensuppe, Pflaumenpudding, Pflaumenkuchen. Wir hatten uns bald an den Pflaumen abgegessen, wir konnten sie nicht mehr sehen.]

afschmänten [schmäntede af, afschmäntet] betrügen [een’ afschmänten – jemanden übers Ohr hauen][Lao’ di nich afschmänten! – Lass dich nicht über den Tisch ziehen!]

affschm´äntén [schm´äntédé aff, affschm´äntét] betrügen [een’ affschm´äntén – jemanden übers Ohr hauen][L´ø’ di ních affschm´äntén! – Lass dich nicht über den Tisch ziehen!]

alle män to (alle man zu) immerzu, andauernd [Bäänd häff alle män to lachet. – Bernd hat immerzu gelacht.]

allé m´än to (alle man zu) immerzu, andauernd [Bäänd häff allé m`än to láchét. – Bernd hat immerzu gelacht.]

Auto brummbrumm (SglW) n Auto (Kindersprache)

Auto brummbrumm (SglW) n Auto (Kindersprache)

Auto Tuttut (SglW) n Auto (Kindersprache)

Auto Tuttut (SglW) n Auto (Kindersprache)

Auto Tüttüt (SglW) n Auto (Kindersprache)

Auto Tüttüt (SglW) n Auto (Kindersprache)

Badestuom, -stüöms m Badestube, Badezimmer

Badéstú~´øm, -st´ü~ô´mß m Badestube, Badezimmer

Balla (SglW) m Ball [Willt wi Balla spiëlen? – Wollen wir Ball spielen?] (Kindersprache)

Ballá (SglW) m Ball [Willt wi Ballá spí~élén? – Wollen wir Ball spielen?]

baselig [baseliger, am baseligsten] überstürzt, unvorsichtig, schludrig, ungeschickt

basélích [basélígé:, ám basélíchßtén] überstürzt, unvorsichtig, schludrig, ungeschickt

bedrieten [bedrietede, bedrietet) beschmutzen (derb)

bédrietén [bédrietédé, bédrietét) beschmutzen (derb)

bekladdern [bekladderde, bekladdert] bekleckern

békladdé:n [békladdé:dé, békladdé:t] bekleckern

Bello (SglW) m großer Mann, große Sache [He häff ‘n Steent haugeplöget, dat was ‘n gewaltigen Bello. – Er hat einen Stein hochgepflügt, der war ein gewaltiger Bello (= der war sehr groß).]

Bello (SglW) m großer Mann, große Sache [He häff ‘n Steent haugéplöögét, dát waßß ‘n chéwáltígén Bello. – Er hat einen Stein hochgepflügt, der war ein gewaltiger Bello (= der war sehr groß).]

bieplögen [plögde (auch: plögede) bie, bieplögt (auch: bieplögét)] dazupflügen [die letzte Furche; der Bauer, der bei nachbarten Ackerflächen als zweiter pflügt, pflügt die Trennfurche und damit den Boden auf sein Feld – bei langen Grenzen eine merkliche Vergrößerung seines Ackers. Kann Grund für Streit sein.]

bieplögén [plöchdé (auch: plögédé) bie, bieplöcht (auch: bieplögét)] dazupflügen [die letzte Furche; der Bauer, der bei benachbarten Ackerflächen als zweiter pflügt, pflügt die Trennfurche und damit den Boden auf sein Feld – bei langen Grenzen eine merkliche Vergrößerung seines Ackers. Kann Grund für Streit sein.]

Blaulecht (SglW) n Blaulicht (an Rettungsfahrzeugen etc.) [De is mit Blaulecht weggkuemmen. – Der ist mit Blaulicht weggekommen (= ins Krankenhaus gekommen).][Denn häbbt se mit Blaulecht un Tatütata afhalt. – Den haben sie mit Blaulicht und Martinshorn abgeholt (und zur Polizeiwache gebracht).]

Blaulécht (SglW) n Blaulicht (an Rettungsfahrzeugen etc.) [De ißß mít Blaulécht wéchkú~émmén. – Der ist mit Blaulicht weggekommen (= ins Krankenhaus gekommen).][Denn häbbt ßé mít Blaulécht unn Tátütáta affhalt. – Den haben sie mit Blaulicht und Martinshorn abgeholt (und zur Polizeiwache gebracht).]

Breefwaoge, -n f Briefwaage

Breefwøgé, -n f Briefwaage

Bruutpennig, -e m Brautpfennig (Mädchen sammelten über Jahre Pfennigmünzen, um sich davon ihre Brautschuhe zu kaufen. Das Bezahlen mit kiloweise Kupfermünzen war bei den Schuhhändlern nicht gern gesehen.)

Bruutpenních, -pennígé m Brautpfennig (Mädchen sammelten über Jahre Pfennigmünzen, um sich davon ihre Brautschuhe zu kaufen. Das Bezahlen mit kiloweise Kupfermünzen war bei den Schuhhändlern nicht gern gesehen.)

Buerntrampel (SchimpfW)(Pl = Sgl) m Bauerntrampel, ungeschickter Tollpatsch

Bu~é:ntrámpél (SchimpfW)(Pl = Sgl) m Bauerntrampel, ungeschickter Tollpatsch

buffken [buffkede, buffket] tief husten, husten bei starken Erkältungen (auch: bluffken)

buffkén [buffkédé, buffkét] tief husten, husten bei starken Erkältungen (auch: bluffkén)

Buuk-Aua (SglW) n (?) Bauch-Aua, Bauchschmerzen (Kindersprache)

Buuk-Aua (SglW) n (?) Bauch-Aua, Bauchschmerzen (Kindersprache)

Dagg, Dage m Tag [mit wat vön ´n Dagg kuemmen – mit etwas herausrücken, ein Geständnis machen][vör Dagg un Dage upstaohn – sehr früh aufstehen][unner Dage arbeiden – unter Tage arbeiten][Et wätt Dagg. – Es wird Tag.][up siene ollen Dage – auf seine alten Tage, in seinem Alter][in ‘n Dagg harin liäben – in den Tag hinein leben, seine Zeit planlos vertrödeln] [Dat duert ewig un drei Dage. – Das dauert ewig und drei Tage, das dauert sehr lange.]

Dách, Dagé m Tag [mít watt f´ôn ´n Dach kú~émén – mit etwas herausrücken, ein Geständnis machen][f´ô: Dách unn Dagé uppstøhn – sehr früh aufstehen][unné: Dagé a:beidén – unter Tage arbeiten][Ett wätt Dách. – Es wird Tag.][upp ßiené ollén Dagé – auf seine alten Tage, in seinem Alter][ín ‘n Dách hárín lí~´äbén – in den Tag hinein leben, seine Zeit planlos vertrödeln][Datt duu~é:t ewích unn drei Dagé. – Das dauert ewig und drei Tage, das dauert sehr lange.]

defendeeren [sick -] [defendeerde sick, häff sick defendeert] sich rausreden, sich verteidigen [Brücks di gar nich te defendeern! – Brauchst dich gar nicht rausreden!]

deféndee~é:n [ßick -] [deféndee~é:de ßick, häff ßick deféndee~é:t] sich rausreden, sich verteidigen [Brückß di cha: ních té defendee~é:n! – Brauchst dich gar nicht rausreden!]

Draimstaken (Pl = Sgl)(SchimpfW) m Traumtänzer, Spinner

Draimstakén (Pl = Sgl)(SchimpfW) m Traumtänzer, Spinner

Dreiplattenhärd, -e m Dreiplattenherd (Kochmaschine mit 3 Kochplatten)

Dreiplatténhä:d, -é m Dreiplattenherd (Kochmaschine mit 3 Kochplatten)

drupppassen [pöss (auch: passde) drupp, drupppasst] draufpassen [De Breef is te lang, de päss up eene Siete nich drupp. – Der Brief ist zu lang, der passt auf eine Seite nicht drauf.]

drupppaßßén [pôßß (auch: páßdé) drupp, drupppaßßt] draufpassen [De Breef ißß té láng, de päßß upp eené Ssieté ních drupp.- Der Brief ist zu lang, der passt auf eine Seite nicht drauf.]

druppstaohn [stönd drupp, druppstaohn] draufstehen [Ick konn nich men liäsen, wat up denn Graffsteent druppstönd. – Ich konnte nicht mehr lesen, was auf dem Grabstein draufstand.]

druppstøhn [st´ônd drupp, druppstøhn] draufstehen [Ick kønn ních mén lí~´äsén, wát upp denn Chraffsteent druppst´ônd. – Ich konnte nicht mehr lesen, was auf dem Grabstein draufstand.]

Duorken (Pl = Sgl) n (?) Gewitterwolke (alt)

Dú~´ø:kén (Pl = Sgl) n (?) Gewitterwolke (alt)

düör’neenergeraon [gerott’e düör’neener, is düör’neenergerott’] durcheinandergeraten

d´ü~´ô:’neené:chérøøn [chérøtt’é d´ü~´ô:’neené:, ißß d´ü~´ô:’neené:chérøtt’] durcheinandergeraten

Düstern (SglW) (?) Dunkeln [He is in ‘n Düstern nao Huus kuemmen. – Er ist im Dunkeln nach Hause gekommen.]

Düüßté:n (SglW) (?) Dunkeln [He ißß ín ‘n Düüßté:n n´ø Huuß kú~émmén. – Er ist im Dunkeln nach Hause gekommen.]

dwiärsversett’ querversetzt (z.B. bei einer versetzten Straßenkreuzung: eine der Straßen führt versetzt geradeaus, man muss also kurz nacheinander zweimal abbiegen)

dwí~´ä:ßfé:ßett’ querversetzt (z.B. bei einer versetzten Straßenkreuzung: eine der Straßen führt versetzt geradeaus, man muss also kurz nacheinander zweimal abbiegen)

`et das (unbetont) [De häff ‘et gröttste Huus. – Der hat das größte Haus.] (auch: ‘at)

`ét das (unbetont) [De häff `ét chrôttßté Huuß. Der hat das größte Haus.] (auch: ‘át)

eenig wärn [würd eenig, sind eenig wurden] einig werden (nur pluralisch) [De konnen sick nich eenig wärn. – Die konnten sich nicht einig werden.] (s.a. eenigen)

eeních wä:n [w´ü:d eeních, ßínd eeních wu:dén] einig werden (nur pluralisch) [De kønnén ßíck ních eeních wä:n. – Die konnten sich nicht einig werden.] (s.a. eenígén)

elennig elendig [He is elennig up de Schnute fallen. – Er ist elendig auf die Schnauze gefallen.]

elenních elendig [He ißß elenních upp dé Schnuté fallén. – Er ist elendig auf die Schnauze gefallen.]

enkelt einzeln (selten; meist: enzeln)

énkélt einzeln (selten; meist: énzeln)

Enkepott, -pötte m Tintenfass (alt)(meist: Dintenfatt)

Énképøtt, -pôtté m Tintenfass (alt)(meist: Dínténfatt)

fösselig gängelig, bevormundend, bestimmend [Bie de moss ‘e uppassen, dat is ne ganz fösselige. – Bei der musst du aufpassen, das ist eine ganz bestimmende.]

fôßßélích gängelig, bevormundend, bestimmend [Bie de møßß ‘é upppaßßén, dát ißß né chánz fôßßélígé. – Bei der musst du aufpassen, das ist eine ganz bestimmende.]

Fröhstücksdischk, -e m Frühstückstisch [Wi satten jüst an ‘n Fröhstücksdischk. – Wir saßen gerade am Frühstückstisch.]

Fröhstückßdíschk, -é m Frühstückstisch [Wi ßattén j´üst án ‘n Fröhstückßdíschk. – Wir saßen gerade am Frühstückstisch.]

Gang, Gänge m Gang [wat in Gang setten – etwas in Gang setzen, etwas einschalten][De Piepe in Gang setten – die Pfeife anzünden] [mit wat in ‘e Gänge kuemmen – mit etwas in die Gänge kommen, mit etwas (schwerfällig) beginnen] (s.a. Gank)

Cháng, Ch´ängé m Gang [wát ín Cháng ßettén – etwas in Gang setzen, etwas einschalten][De Piepé ín Cháng ßettén – die Pfeife anzünden] [mít wát ín ‘é Ch`ängé kú~émmén – mit etwas in die Gänge kommen, mit etwas (schwerfällig) beginnen] (s.a. Chánk)

Giälsucht (SglW) f Gelbsucht

Chí~´älßúcht (SglW) f Gelbsucht

glaiben [gloffde, glofft] glauben (auch: glaiwen) (in Redensarten auch eingeschliffen ohne “g”: “Dat laif ick nich.” – Das glaub ich nicht.) [Dat glaiwick för di mit. – Das glaube ich für dich mit, davon bin ich felsenfest überzeugt, auch wenn du es nicht glauben willst.] [Kiär(l) glöffs ‘e! – Kerl glaubst du (= also glaubst du! (= Ausruf der Entrüstung).]

chlaibén [chløffdé, chløfft] glauben (auch: chlaiwén) (in Redensarten auch eingeschliffen ohne “ch”: “Datt laif ick ních.” – Das glaub ich nicht.) [Datt chlaiwick f´ô: di mít. – Das glaube ich für dich mit, davon bin ich felsenfest überzeugt, auch wenn du es nicht glauben willst.] [Kí~´ä:(l) chlôffs ‘é! – Kerl glaubst du (= also glaubst du! (= Ausruf der Entrüstung).]

graute Stücke up eenen haolen große Stücke auf jemanden halten, viel von jemandem halten [De höllden alle graute Stücke up denn Jopp. – Die hielten alle viel von (dem) Josef.]

chrauté Stücké upp eenén hølén große Stücke auf jemanden halten, viel von jemandem halten [De hôlldén allé chrauté Stücké upp dén Jøpp. – Die hielten alle viel von (dem) Josef.]

Häckselholt (SglW) n Häckselholz (durchgehäckseltes Holz, wird z.B. zum Mulchen in Beeten, als Wegestreu oder zum Anfeuern genutzt)

Häckßélh´ølt (SglW) n Häckselholz (durchgehäckseltes Holz, wird z.B. zum Mulchen in Beeten, als Wegestreu oder zum Anfeuern genutzt)

Haipken Elend Häufchen Elend [De Bäänd is bloß no’ ‘n Haipken Elend. – Der Bernd ist nur noch ein Häufchen Elend (= er ist in einem beklagenswerten Zustand).]

Haipkén Elénd Häufchen Elend [De Bäänd ißß bloß n´ø’ ‘n Haipkén Elénd. – Der Bernd ist nur noch ein Häufchen Elend (= er ist in einem beklagenswerten Zustand).]

Haorfussen (Pl = Sgl) m Haarbüschel, Haarsträhne

Høø:fußßén (Pl = Sgl) m Haarbüschel, Haarsträhne

Heckschiebe, -n f Heckscheibe (Auto)

Heckschiebé, -n f Heckscheibe (Auto)

hengeiten [güöt hen, henguoten] hingießen [Dat Beet wass sowat vön utdrügt, dat ick dao ‘ne ganze Geitkanne vull Water hengeiten moss. – Das Beet war sowas von (= dermaßen) ausgetrocknet, dass ich da eine ganze Gießkanne voll Wasser hingießen musste.]

héncheitén [ch´ü~´ôt hén, hénchú~´øtén] hingießen [Dát Beet wass ßowát f´ôn utdrücht, dát ick dø ‘né chánzé Cheitkanné full Waté: héncheitén møßß.- Das Beet war sowas von (= dermaßen) ausgetrocknet, dass ich da eine ganze Gießkanne voll Wasser hingießen musste.]

herunnerschmieten [schmeet herunner, häff herunnerschmiëten] herunterschmeißen (derb), herunterwerfen

hérunné:schmietén [schmeet hérunné:, häff hérunné:schmí~étén] herunterschmeißen (derb), herunterwerfen

Hesemännken, -kes n Schmächtling, schwächlicher, unscheinbarer Mann (auch: Heesemännken, Hissemännken, Heemelmännken)

Hesémännkén, -kéß n Schmächtling, schwächlicher, unscheinbarer Mann (auch: Heesémännkén, Hissémännkén, Heemélmännken)

iesgries eisgrau (z.B. Augenfarbe)

ießchrieß eisgrau (z.B. Augenfarbe)

inhaolen [höll(de) in, inhaolen] einhalten [De Maoten mossen genau inhaolen wärn. – Die Maße mussten genau eingehalten werden.]

ínhølén [hôll(dé) ín, ínhølén] einhalten [De Møtén møßßén chénau ínhølén wä:n. – Die Maße mussten genau eingehalten werden.]

kalwerig sehr unruhig, unstet [kalwerig Wiär – stark bewölkt, viele jagende Wolken](alt)

kálwérích sehr unruhig, unstet [kálwérích Wí~´ä: – stark bewölkt, viele jagende Wolken](alt)

kaole Hand, kaole Hande (f) (kalte Hand) Metallzange zum Abheben heißer Töpfe vom Herd

kølé Hánd, kølé Hándé (f) (kalte Hand) Metallzange zum Abheben heißer Töpfe vom Herd

Kerktiet (SglW) f Kirchzeit, Messzeit

Ké~á:ktiet (SglW) f Kirchzeit, Messzeit

Kerl, -s (auch: -e) m Kerl [Dat is ‘n gueden Kerl – wenn ‘e schlöpp. – Das ist ein guter Kerl – wenn er schläft.][Ker(l) no’ maol! – Kerl noch mal! (Ausruf der Entrüstung, Überraschung o.ä.)]

Ké~á:l, -ß (auch: -é) m Kerl [Datt ißß ‘n chú~édén Ké~á:l – wenn ‘é schlôpp. – Das ist ein guter Kerl – wenn er schläft.][Ké~á:(l) n´ø’ møl! – Kerl noch mal! (Ausruf der Entrüstung, Überraschung o.ä.)]

Kikerikie – Hahn, Kikerikie – Hähne m Hahn (Kindersprache)

Kíkéríkie – Hahn, Kikerikie – Hähné m Hahn (Kindersprache)

kipp [up kipp stellen] auf kipp stellen, (ein Fenster) schrägstellen [Dat Fenster steiht up kipp. – Das Fenster ist schräg geöffnet.]

kipp [upp kipp stellén] auf kipp stellen, (ein Fenster) schrägstellen [Dát Fénßté: steiht upp kipp. – Das Fenster ist schräg geöffnet.]

klaor un dütlick klar und deutlich (Betonung durch Verdoppelung)

klø: ún dütlick klar und deutlich (Betonung durch Verdoppelung)

Klattke, -n f [SchimpfW] unordentliche Frau, schmutzige Frau

Klattké, -n f [SchimpfW] unordentliche Frau, schmutzige Frau

Kliärterdingen, -er n Kinderrassel (die nervig klingt); nerviges Mädchen (SchimpfW)

Klí~´ä:té:díngén, -é: n Kinderrassel (die nervig klingt); nerviges Mädchen (SchimpfW)

Kodäckkodäck (SglW) n Schwein (Kindersprache)

Kodäckkodäck (SglW) n Schwein (Kindersprache)

Krüekelerie (SglW) f Kränkelei

Kr´ü~ékélérie (SglW) f Kränkelei

krüekelig kränklich, hinfällig

kr´ü~ékélích kränklich, hinfällig

Kuoperdack, -däcker n Kupferdach

Kú~´øpé:dack, -däcké: n Kupferdach

Lämpi (SglW) n Lampe [Mama mäck Lämpi an. – Mama macht die Lampe an (dann hast du keine Angst im Dunkeln).] (Kindersprache)

L´ämpi (SglW) n Lampe [Mámá mäck L´ämpi án. – Mama macht die Lampe an (dann hast du keine Angst im Dunkeln).] (Kindersprache)

laupen [löp (auch: loppde), häff (auch: bin, is) loppt (auch: laupen)] laufen [mit een’ laupen – mit jemandem gehen, befreundet sein][Schlittschoh laupen – Schlittschuh laufen][Lao ‘t doch laupen, wu ‘t will. – Lass es doch laufen, wie es will.]; verlaufen (in der Redensart: Dat is in ‘n Sand laupen. – Das ist im Sand verlaufen, das war vergebens.)[De Blagen sind (auch: häbbt) guet laupen. – Die Kinder sind gut gelaufen.] [Dat is helle guet laupen. – Das ist sehr gut gelaufen, das hat sehr gut geklappt.][Ick löp up ‘t lesste mit Reinhild. – Ich war hochschwanger mit Reinhild.][He is nich wier an ‘t Laupen kuemmen. – Er ist nicht wieder ans Laufen gekommen, er ist bettlägerig geblieben (auch: gestorben).][De löp mi dauernd vör de Beene. – Der lief mir ständig vor den Beinen, der war ständig im Weg.]; gehen [te Fote nao Mönster laupen – zu Fuß nach Münster gehen]

laupén [lööp (auch: løppdé), häff (auch: bín, ißß) løppt (auch: laupén)] laufen [mít een’ laupén – mit jemandem gehen, befreundet sein][Schlittschoh laupén – Schlittschuh laufen][Lø ‘t d´øch laupén, wu ‘t will. – Lass es doch laufen, wie es will.]; verlaufen (in der Redensart: Datt ißß ín ‘n Sánd laupén. – Das ist im Sand verlaufen, das war vergebens.)[De Blagén ßínd (auch: häbbt) chú~ét laupén. – Die Kinder sind gut gelaufen.] [Datt ißß hellé chú~ét laupén. – Das ist sehr gut gelaufen, das hat sehr gut geklappt.][Ick löp upp ‘t leßßté mít Reinhild. – Ich war hochschwanger mit Reinhild.][He ißß ních wí~é: án ‘t Laupén ku~emmén. – Er ist nicht wieder ans Laufen gekommen, er ist bettlägerig geblieben (auch: gestorben).][De löp mi dau~é:nd f´ô: dé Beené. – Der lief mir ständig vor den Beinen, der war ständig im Weg.]; gehen [té Foté n`ø M´ônßté: laupén – zu Fuß nach Münster gehen]

Liäbensgeister (PlW) Lebensgeister [de Liäbensgeister kiährden trügge – die Lebensgeister kehrten zurück]

L´i~´äbenßcheißté: (PlW) Lebensgeister [de Lí~´äbénßcheißté: kí~´äh:den trüggé – die Lebensgeister kehrten zurück]

liäbensgraut lebensgroß

lí~´äbénßchraut lebensgroß

Mäh-Lämmken, -kes n Mäh-Lämmchen (Kindersprache)

Mäh-Lämmkén, -kéß n Mäh-Lämmchen (Kindersprache)

Mäh-Schäöpken, -kes n Mäh-Schäfchen (Kindersprache)

Mäh-Schôpkén, -kéß n Mäh-Schäfchen (Kindersprache)

malträteern [malträteerde, malträteert] malträtieren, peinigen, drangsalieren, schinden, schikanieren

máltr´ätee~é:n [máltr´ätee~é:de, máltr´ätee~é:t] malträtieren, peinigen, drangsalieren, schinden, schikanieren

Messfahl, -e m (?) Misthaufen (säuberlich und möglichst senkrecht aufgeschichtet; meist auch verdichtet); auch: Messfaht

Meßßfahl, -é m (?) Misthaufen (säuberlich und möglichst senkrecht aufgeschichtet; meist auch verdichtet); auch: Meßßfaht

Miälkemmer (-s oder Pl = Sgl) m Milcheimer

Mí~´älkemmé: (-ß oder Pl = Sgl) m Milcheimer

miedsam rar; zurückgezogen

miedsam rar; zurückgezogen

minn klein [‘n minn Wichtken – ein kleines (kleingewachsenes) Mädchen]

minn klein [‘n minn Wíchtkén – ein kleines (kleingewachsenes) Mädchen]

Mottke (SglW) f Morast, Schlamm [De Blagen sind vön buom bis unnen veräöst, de häbbt wier in ‘e Mottke siäten te spiëlen. – Die Kinder sind von oben bis unten verdreckt, die haben wieder im Schlamm (gesessen zu spielen) gespielt.]

Møttké (SglW) f Morast, Schlamm [De Blagén ßínd v´ôn bú~´øm bíß unnén fé:ôßt, de häbbt wí~é: ín ‘é Møttké sí~´ätén té spí~élén. – Die Kinder sind von oben bis unten verdreckt, die haben wieder im Schlamm (gesessen zu spielen) gespielt.]

nicks för eenen sien [wäör nicks för eenen, is nicks för eenen wesst] nichts für jemanden sein, zu jemandem nicht passen oder nicht für jemanden geeignet sein [För mi is dat nicks. – Für mich ist das nichts.] (Gegenteil: wat för eenen sien)

nickß f´ô: eenén ßien [wô: nickß f´ô: eenén, ißß nickß f´ô: eenén weßßt] nichts für jemanden sein, zu jemandem nicht passen oder nicht für jemanden geeignet sein [F´ô: mi ißß dát nickß. – Für mich ist das nichts.] (Gegenteil: wat f´ô: eenén ßien)

nicks üm biehäbben [hadde (auch: harr) nicks üm bie, häff nicks üm biehatt] nichts drum beihaben [Dao häbbt wi nicks üm bie! – Da haben wir nichts drum bei (= da haben wir nichts dagegen, dagegen haben wir keine Einwände, damit sind wir einverstanden).]

nickß ümm biehäbbén [haddé (auch: ha::) nickß ümm bie, häff nickß ümm biehatt] nichts drum beihaben [Dø häbbt wi nickß ümm bie! – Da haben wir nichts drum bei (= da haben wir nichts dagegen, dagegen haben wir keine Ein- wände, damit sind wir einverstanden).]

nicks üm biesien [wäör (auch: wass) nicks üm bie, nicks üm biewiën (auch: -wesst)] nichts drum beisein [Dao is doch nicks üm bie! – Da ist doch nichts dabei (= das ist nicht schlimm, peinlich oder schwierig; dafür muss man sich nicht schämen).]

nickß ümm bießien [wô: (auch: waßß) nickß ümm bie, nickß ümm biewí~én (auch: -wéßt)] nichts drum beisein [Dø ißß d´øch nickß ümm bie! – Da ist doch nichts dabei (= das ist nicht schlimm, peinlich oder schwierig; dafür muss man sich nicht schämen).]

olle Dage Alter [Mott de up siene ollen Dage dao noch upkleiën? – Muss der auf seine alten Tage (= in seinem Alter) da noch draufklettern?]

øllé Dagé Alter [Møtt de upp ßiené øllén Dagé dø n´øch uppklei~én? – Muss der auf seine alten Tage (= in seinem Alter) da noch draufklettern?]

orangsch orange [Se hadde ‘n orangschenen Schal üm. – Sie hatte einen orangenen Schal um.]

´ørángsch orange [Sse haddé ‘n ´ørángschénén Schal ümm. – Sie hatte einen orangenen Schal um.]

orangschefarben orangefarben (mit stimmhaftem “sch”)

´ørángschéfa:bén orange (mit stimmhaftem “sch”)

pickepackevull völlig voll, völlig gefüllt (Steigerung durch Verdoppelung) (auch: Kindersprache)

picképackéfull völlig voll, völlig gefüllt (Steigerung durch Verdoppelung) (auch: Kindersprache)

Posten staohn [stönd Posten, häff Posten staohn] (auf) Posten stehen, Wache halten [Ick wäör to ‘t Posten staohn indellt. – Ich war zum Wachestehen eingeteilt.]

P´øßtén støhn [st´ônd P´øßten, häff P´øßtén støhn] (auf) Posten stehen, Wache halten [Ick wô: to ‘t P´øßtén støhn índellt. – Ich war zum Wachestehen eingeteilt.]

Pötken, -kes n Pfötchen [sick ‘n witt Pötken maken – (sich ein weißes Pfötchen machen) sich anbiedern, sich einschmeicheln]

Pötkén, -kes n Pfötchen [ßíck ‘n witt Pötkén makén – (sich ein weißes Pfötchen machen) sich anbiedern, sich inschmeicheln]

Pulla, -s f Babyflasche (mit Milch) (Kindersprache)

Pullá, -ß f Babyflasche (mit Milch) (Kindersprache)

Pullebüksken, -kes n Pullebäuchlein (unbedeckt) (Kindersprache)

Pullébükßkén, -kes n Pullebäuchlein (unbedeckt) (Kindersprache)

Pullewater (SglW) n Badewasser (Kindersprache)

Pulléwaté: (SglW) n Badewasser (Kindersprache)

Pumpenwater (SglW) n Pumpenwasser (Hauswasser, das mit der eigenen Pumpe hochgepumpt wird)

Púmpénwaté: (SglW) n Pumpenwasser (Hauswasser, das mit der eigenen Pumpe hochgepumpt wird)

Püppi, -s f Püppchen [mit Püppi spiëlen – mit der Puppe spielen] (Kindersprache)

Püppi, -s f Püppchen [mít Püppi spí~élén – mit der Puppe spielen] (Kindersprache)

Pustewind (SglW) m Wind (Kindersprache)

Pußtéwínd (SglW) m Wind (Kindersprache)

puttepatt maken tapsig an der Hand laufen (Kleinkind) (Kindersprache)

puttépatt makén tapsig an der Hand laufen (Kleinkind) (Kindersprache)

Puttputt Lockruf für Hühner (s.a. Kuupkuup)

Puttputt Lockruf für Hühner (s.a. Kuupkuup)

Puttputt (SglW) m Traktor (Kindersprache)

Puttputt (SglW) m Traktor (Kindersprache)

Rüenfett (SglW) n Hundefett (Heilmittel gegen Tuberkulose; während des letzten Krieges wurden Hunde heimlich gefangen, getötet und das Fett ausgelassen. In diesem Fett wurden in der Pfanne für den Tuberkulosekranken diverse Lebensmittel gebacken, z.B. Pfannekuchen. Hundefett soll, da Medikamente nicht zu bekommen waren, oft verwendet worden sein und vielen Kranken das Leben gerettet haben.)

Rüénfett (SglW) n Hundefett (Heilmittel gegen Tuberkulose; während des letzten Krieges wurden Hunde heimlich gefangen, getötet und das Fett ausgelassen. In diesem Fett wurden in der Pfanne für den Tuberkulosekranken diverse Lebensmittel gebacken, z.B. Pfannekuchen. Hundefett soll, da Medikamente nicht zu bekommen waren, oft verwendet worden sein und vielen Kranken das Leben gerettet haben.)

rutquetten [quett’e rut, rutquett’] rausquetschen [wat ut eenen rutquetten – etwas aus jemandem rausquetschen, jemanden zum Reden bringen]

ruutkwettén [kwett’é ruut, ruutkwett’] rausquetschen [wát uut eenén ruutkwettén – etwas aus jemandem rausquetschen, jemanden zum Reden bringen]

Ruttkebuckse, -n f Rutschhose, Krabbelhose (für kleine Kinder, aber auch als Überziehhose beim Kartoffelsuchen auf großen Feldern, als Kartoffeln noch von Hand aufgelesen wurden)

Ruttkébuckßé, -n f Rutschhose, Krabbelhose (für kleine Kinder, aber auch als Überziehhose beim Kartoffelsuchen auf großen Feldern, als Kartoffeln noch von Hand aufgelesen wurden)

Schierkartuffeln (PlW) Kartoffelgericht (Kartoffeln mit Soße, Braten oder Bratwurst und Rotkohl, Spinat o.ä.)

Schierkà:tufféln (PlW) Kartoffelgericht (Kartoffeln mit Soße, Braten oder Bratwurst und Rotkohl, Spinat o.ä.)

Schmachtlapperie (SglW) f Hungerleiden (abf.), Hunger

Schmáchtlappérie (SglW) f Hungerleiden (abf.), Hunger

schmättken [schmättkede, schmättket] schlendern, langsam gehen [De sind ganz sachte nao Huus hen schmättket. – Die sind ganz langsam nach Haus (hin) geschlendert.]

schmättkén [schmättkédé, schmättkét] schlendern, langsam gehen [De ßínd chánz ßáchté nø Huuß hén schmättkét. – Die sind ganz langsam nach Haus (hin) geschlendert.]

Schnottblage, -n f (SchimpfW) Rotzblage, Kind mit Schnottnase; unsauberes Kind, freches, dreistes, unbelehrbares Kind

Schnøttblagé, -n f (SchimpfW) Rotzblage, Kind mit Schnottnase; unsauberes Kind, freches, dreistes, unbelehrbares Kind

Schudder (Pl = Sgl) m Schauder [Mi tröck ‘n Schudder üöwer ‘n Puckel. – Mir lief ein Schauder über den Rücken.]

Schuddé: (Pl = Sgl) m Schauder [Mi trôck ‘n Schuddé: ´ü~´ôwé: ‘n Puckél. – Mir lief ein Schauder über den Rücken.]

Schwattschlachtung, -en f Schwarzschlachtung (illegale Schlachtung in den ersten Jahren nach dem 2. Weltkrieg. Das Verbot der Schwarzschlachtung wurde vom Landesernährungsamt in Unna überwacht. Sobald die Kontrolleure auftauchten, wurde blitzschnell von Hof zu Hof der Warnruf “”Unna kümmp!”” weitergegeben.)

Schwattschláchtúng, -én f Schwarzschlachtung (illegale Schlachtung in den ersten Jahren nach dem 2. Weltkrieg. Das Verbot der Schwarzschlachtung wurde vom Landesernährungsamt in Unna überwacht. Sobald die Kontrolleure auftauchten, wurde blitzschnell von Hof zu Hof der Warnruf “”Unna kümmp!”” weitergegeben.)

Siedenis, -nisse (alt) f Niederung, Senke (auch: Sietenis)

Siedéníß, -nissé (alt) f Niederung, Senke (auch: Sieténíß)

Sietenis, -nisse (alt) f Niederung, Senke (auch: Siedenis)

Sieténíß, -nissé (alt) f Niederung, Senke (auch: Siedéníß)

Sietenschiebe, -n f Seitenscheibe (Auto)

Ssieténschiebé, -n f Seitenscheibe (Auto)

spinkelt klein gepunktet (Stoff, Tapete), gesprenkelt

spínkélt klein gepunktet (Stoff, Tapete), gesprenkelt

Steenbau, -ten m Steinbau

Steenbau, -tén m Steinbau

Stoppelbaort, -bäörde m Stoppelbart (s.a. Stöppelbaort)

Støppélbø:t, -bô:dé m Stoppelbart (s.a. Stôppélbø:t)

Strumpföte (PlW) m Strumpffüße [in Strumpföte laupen – mit Strumpffüßen (= mit Socken, aber ohne Schuhe) laufen]

Strúmpföté (PlW) m Strumpffüße [in Stúmpföté laupén – mit Strumpffüßen (= mit Socken, aber ohne Schuhe) laufen]

Strüppbuckse, -n f Hose mit Gummizug (Schlüpfer, Trainingshose); zu eng sitzende Hose

Strüppbuckßé, -n f Hose mit Gummizug (Schlüpfer, Trainingshose); zu eng sitzende Hose

Sunnenkieker (Pl = Sgl) m (Sonnengucker) (Bezeichnung für einen Baum, der eng zwischen vielen anderen Bäumen steht und sich daher nur nach oben zum Licht entwickeln kann)

Ssunnénkieké: (Pl = Sgl) m (Sonnengucker) (Bezeichnung für einen Baum, der eng zwischen vielen anderen Bäumen steht und sich daher nur nach oben zum Licht entwickeln kann)

Suptour, -n f Sauftour

Suptu~é:, -n f Sauftour

Tatüü-Tataa (SglW) n Martinshornsignal; Polizeiauto (Kindersprache)

Tátüü-Tátaa (SglW) n Martinshornsignal; Polizeiauto (Kindersprache)

te liewe rücken zu leibe rücken, (auf jemanden) losgehen, (jemanden) attackieren

té liewé rückén zu leibe rücken, (auf jemanden) losgehen, (jemanden) attackieren

Telefonhäörer, -s m Telefonhörer

Téléf´ønhôré:, -ß f Telefonhörer

to rechte Tiet zur rechten Zeit, rechtzeitig [He hadde verschlaopen, wäör aower doch no’ jüst to rechte Tiet up de Arbeid. – Er hatte verschlafen, war aber doch noch gerade rechtzeitig auf der Arbeit.]

to réchté Tiet zur rechten Zeit, rechtzeitig [He haddé fé:schløpén, wô: øwé: d´øch n’ ø’ jüßßt to réchté Tiet upp dé A:beid. – Er hatte verschlafen, war aber doch noch gerade rechtzeitig auf der Arbeit.]

Trecksalbe (SglW) f Zugsalbe, schwarze Salbe (Wundsalbe)

Treckßálbé (SglW) f Zugsalbe, schwarze Salbe (Wundsalbe)

twedde Gesicht (SglW) n (das) zweite Gesicht, Prophetie [Vön denn häbbt se immer säggt, dat de dat twedde Gesicht hadde. – Von dem haben sie immer gesagt, dass der das zweite Gesicht hätte.]

tweddé Chéßícht (SglW) n (das) zweite Gesicht, Prophetie [F´ôn denn häbbt ßé immé: ß´ächt, dát de dát tweddé Chéßícht haddé. – Von dem haben sie immer gesagt, dass der das zweite Gesicht hätte.]

üöwerbehaolen [behöll üöwer, üöwerbehaolen] überbehalten [ick häff bie ‘t Müern kinnen eenzigen Steent üöwerbehaolen. – Ich habe beim Mauern keinen einzigen Stein überbehalten.] (meist: üöwerhaolen)

´ü~´ôwé:béhølén [béhôll ´ü~´ôwé:, ´ü~´ôwé:béhølén] überbehalten [Ick häff bie ‘t Mü~é:n kinnén eenzígén Steent ´ü~´ôwé:behaolen. – Ich habe beim Mauern keinen einzigen Stein überbehalten.] (meist: ´ü~´ôwé:hølén)

üöwertokuemmen [kammp (auch: köm) üöwer to, is üöwertokuemmen] drüberzukommen [He woll jüst ut ‘t Kittken utbriäken, dao is emm de Pollzist üöwertokuemmen. – Er wollte gerade aus dem Gefängnis ausbrechen, da ist ihm die Polizei drüberzugekommen.]

´ü~´ôwé:tokú~émmén [kammp (auch: köm) ´ü~´ôwé:to, ißß ´ü~´ôwé:tokú~émmén] drüberzukommen [He wøll jüßßt ut ‘t Kittkén utbrí~´äken, dø ißß emm de Pøllzíßt
‘ü~´ôwé:tokú~émmén. – Er wollte gerade aus dem Gefängnis ausbrechen, da ist ihm die Polizei drüberzugekommen.]

upmüeten [moss up, upmosst] aufmüssen [He moss jede Nacht up. – Er musste jede Nacht auf(stehen).]

uppm´ü~étén [møßß upp, uppmøßßt] aufmüssen [He møßß jedé Nácht upp. – Er musste jede Nacht auf(stehen).]

up’neenerbieten [beet up’neener, up’neenerbiëten] aufeinanderbeißen [de Tiähne up’neenerbieten – die Zähne zusammenbeißen, etwas mit Selbstbeherrschung ertragen]

upp’neené:bietén [beet upp’neené:, upp’neené:bí~étén] aufeinanderbeißen [de Tí~´ähné upp’neené:bietén – die Zähne zusammenbeißen, etwas mit Selbstbeherrschung ertragen]

utfüörsken [füörskede ut, utfüörsket] ausforschen, gründlich erforschen

uutf´ü~´ô:ßkén [f´ü~´ô:ßkédé uut, uutf´ü~´ô:ßkét] ausforschen, gründlich erforschen

utrangscheern [rangscheerde ut, utrangscheert] ausrangieren (Anm.: “sch” = stimmhaft)

uutrángschee:n [rángschee:dé uut, uutrángscheer:] ausrangieren (Anm.: “sch” = stimmhaft)

verdrinken [verdrünk, verdrunken] ertrinken [De Lüttke is in ‘n Kanaol fallen un elennig verdrunken. – Der Kleine ist in den Kanal gefallen und elendig ertrunken.]

fé:drínkén [fé:dr´ünk, fé:drúnkén] ertrinken [De Lüttké ißß ín ‘n Kánøl fallén ún elennícj ferdrúnkén. – Der Kleine ist in den Kanal gefallen und elendig ertrunken.]

verfösseln [verfösselde, verfösselt] managen, organisieren; auch: gängeln [Üm siene Geburtsdaggsfiër hoffde he sick nich te kümmern, dat häff alles siene Frau verfösselt. – Um seine Geburtstagsfeier brauchte er sich nicht zu kümmern, das hat alles seine Frau organisiert.] (negativ auch: verfuttfiägen)

fé:fôßßéln [fé:fôßßélde, fé:fôßßélt] managen, organisieren; auch: gängeln [`Üm ßiené Chébu:tßdáchßfí~é: høffdé he ßick ních té kümmé:n, dát häff alléß ßiené Frau fé:fôßßélt. – Um seine Geburtstagsfeier brauchte er sich nicht zu kümmern, das hat alles seine Frau organisiert.] (negativ auch: fé:futtfí~´ägén)

verfuttfiägen [verfuttfiägde, verfuttfiägt] bevormunden, gängeln, alles dominierend bestimmen [De Naoberschke, de mennde auk immer, dat se alle befuttfiägen moss. – Die Nachbarin, die meinte auch immer, dass sie über alle bestimmen musste (dass sie alle bevormunden musste).] (s.a. verfösseln)

fé:futtfí~´ägén [fé:futtfí~´ächdé, fé:futtfí~´ächt] bevormunden, gängeln, alles dominierend bestimmen [De Nøbé:schké, de menndé auk immé:, dát ßé allé béfuttfí~´ägén møßß. – Die Nachbarin, die meinte auch immer, dass sie über alle bestimmen musste (dass sie alle bevormunden musste).] (s.a. fé:fôßßéln)

vörbieküennen [konn vörbie, vörbiekonnt] vorbeikönnen [Dat ganze Wiärks lagg so breet up de Straote, dat de Autos nich vörbiekonnen. – Das ganze Zeug lag so breit auf der Straße, dass die Autos nicht vorbeikonnten.]

f´ô:biek´ü~énnén [kønn f´ô:bie, f´ô:biekønnt] vorbeikönnen [Dát chánzé Wí~´ä:kß lách ßo breet upp dé Strøté, dát de Autoß ních f´ô:biekønnén. – Das ganze Zeug lag so breit auf der Straße, dass die Autos nicht vorbeikonnten.]

wat daovön kennen etwas davon kennen [dao moss ‘e all wat vön kennen – davon musst du schon was kennen][Wenn ‘e daovön nicks kenns, dann blief daobie wegg! – Wenn du davon nichts verstehst, dann bleib dabei weg!]

watt døf´ôn kennén etwas davon kennen [dø møßß ‘é all watt f´ôn kennén – davon musst du schon was kennen][Wenn ‘é døf´øn nickß kennß, dann blief døbie wéch! – Wenn du davon nichts verstehst, dann bleib dabei weg!]

wat för eenen sien [wäör wat för eenen, is wat för eenen wesst] etwas für jemanden sein, zu jemandem passen oder für jemanden geeignet sein [Gäörner – wäör dat wat för di? – Gärtner – wäre das was für dich?][Bis meddaggs in ‘n Bedde liggen, dat wäör wat för emm. – Bis mittags im Bett liegen, das war was für ihn (= das gefiel ihm). (Gegenteil: nicks för eenen
sien)

wát f´ô: eenén ßien [wô: wát f´ô: eenén, ißß wát f´ô: eenén weßßt] etwas für jemanden sein, zu jemandem passen oder für jemanden geeignet sein [Chô:né: – wô: dát wát f´ô: di? – Gärtner – wäre das was für dich?][Bíß meddáchß ín ‘n Beddé liggén, dát wô: wát f´ô: emm. – Bis mittags im Bett liegen, das war was für ihn (= das gefiel ihm). (Gegenteil: nickß f´ô: eenén ßien)

wiederschlaopen [schlöp (auch: schloppde) wieder, wiederschloppt (auch: -schlaopen)] weiterschlafen [Blief liggen un schlaop wieder! – Bleib liegen und schlaf weiter!]

wiedé:schløpén [schlöp (auch: schløppdé) wiedé:, wiedé:schløppt (auch: -schløpén)] weiterschlafen [Blief liggén ún schløp wiedé:! – Bleib liegen und schlaf weiter!]

wiederseihn [söch (auch: säöch) wieder, wiederseihn] weitersehen [Wi wiëllt muorn äs wiederseihn. – Wir wollen morgen mal weitersehen (= wir überlegen uns morgen, was wir weiterhin machen).

wiedé:ßeihn [ßööch (auch: ßôôch) wiedé:, wiedé:ßeihn] weitersehen [Wi wí~ellt mú~ø´:n äßß wiedé:ßeihn. – Wir wollen morgen mal weitersehen (= wir überlegen uns morgen, was wir weiterhin machen).

winkewinke maken [mök winkewinke, häff winkewinke makt] winkewinke machen, zum Abschied mit der Hand winken (Kindersprache)

wínkéwínké makén [mök wínkéwínké, häff wínkéwínké makt] winkewinke machen, zum Abschied mit der Hand winken (Kindersprache)

Wippwapp, -e (?) f Wippe (Spielgerät für Kinder) (Kindersprache)

Wippwapp, -e (?) f Wippe (Spielgerät für Kinder) (Kindersprache)